Schlaganfall-Risiko: Blutgruppe 0 oder A? Alt oder Jung?

Schlaganfall-Risiko: Blutgruppe 0 oder A? Alt oder Jung?

Last Updated on September 12, 2022 by Joseph Gut – thasso

11. September 2022 – Ist die Blutgruppe ausschlaggebend für das Schlaganfall-Risiko?  Eine Studie zeigt auf, welche Faktoren ausschlaggebend sein können, wenn es um einen Schlaganfall in jüngerem Alter geht. Die Überraschung dabei: Die Blutgruppe scheint eine grosse Rolle zu spielen. Eine umfangreiche  Studie ging nun auf den Schlaganfall-Risikofaktor “Blutgruppe” ein.

Immer mehr Schlaganfälle treten bei jungen Menschen auf. Schlaganfälle sind Störungen in der Hirnfunktion, die fatale Folgen haben können. Eine neue Studie der University of Maryland School of Medicine (UMSOM) zeigt auf, dass die Blutgruppe eines Menschen ausschlaggebend ist für die Wahrscheinlichkeit einen Schlaganfall zu erleiden. Insgesamt 48 Studien wurden von den Forschenden analysiert. Darin wurden 5825 Personen untersucht, die vor dem 60. Lebensjahr einen Schlaganfall hatten und 9269 Personen, welche nach dem 60. Lebensjahr einen Schlaanfall erlitten haben. Im Ganzen nahmen 616’000 Personen an der Studie teil. Das Ziel der Studie war, herauszufinden, warum immer mehr jüngere Menschen Schlaganfälle erleiden, vermehrt auch an den Folgen sterben oder nach einem Schlaganfall mit Behinderungen leben müssen. Die genomweite Assoziationsstudie wurde im Rahmen des Genetics of Early Onset Ischemic Stroke Consortium durchgeführt, einer Zusammenarbeit von 48 verschiedenen Studien in Nordamerika, Europa, Japan, Pakistan und Australien. Es untersuchte den früh einsetzenden ischämischen Schlaganfall bei Patienten im Alter von 18 bis 59 Jahren.

Blutgruppe ausschlaggebend für Risiko

Und die Forschergruppe kam zu einem eindeutigen Ergebnis: Anhand der Blutgruppe kann das Schlaganfall-Risiko eingestuft werden. Dabei wurden die Blutgruppen 0 und A miteinander verglichen. Menschen mit der Blutgruppe 0 zeigen ein 12 Prozent geringeres Risiko eines frühen Schlaganfalls auf. Wohingegen Personen mit der Blutgruppe A ein 16 Prozent höheres Risiko zeigen. Dies gilt aber nur für das Risiko bei jüngeren Menschen.Die Forscher fanden heraus, dass die schützenden Wirkungen von Typ 0 bei frühem Schlaganfall signifikant größer waren als bei spätem Schlaganfall (Odds Ratio [OR], 0,88 gegenüber 0,96; p = 0,001). In ähnlicher Weise war der Zusammenhang zwischen Typ A und einem erhöhten Risiko für einen frühen Schlaganfall signifikant stärker als der für einen späten Schlaganfall beobachtete (OR, 1,16 gegenüber 1,05; P = 0,005).Unter Verwendung polygener Risiko-Scores fanden die Forscher auch heraus, dass ein höheres genetisches Risiko für venöse Thromboembolien, eine weitere prothrombotische Erkrankung, stärker mit frühem Schlaganfall assoziiert war als mit spätem Schlaganfall (P = 0,008).

Frühere Studien haben einen Zusammenhang zwischen Schlaganfallrisiko und Varianten des ABO-Gens gezeigt, das die Blutgruppe bestimmt. Die neue Analyse legt nahe, dass die Genvarianten vom Typ A und 0 für fast alle genetisch mit frühem Schlaganfall verbundenen Typen verantwortlich sind, stellen die Forscher fest. Ab dem 60. Lebensjahr ist die Blutgruppe nicht mehr der ausschlaggebende Faktor. Im Alter gibt es nämlich andere Risikofaktoren. Unter anderem Bluthochdruck, Bewegungsmangel, Rauchen oder auch Stress.B28523702.345643644;dc_trk_aid=536977061;dc_trk_cid=177911871;ord=1662764669;dc_lat=;dc_rdid=;tag_for_child_directed_treatment=;tfua=;gdpr=${GDPR};gdpr_consent=${GDPR_CONSENT_755};ltd=.gif

Gründe für Risiko noch nicht bekannt

Warum die Blutgruppe A ein höheres Risiko für einen Schlaganfall aufweisen kann, wissen die Experten noch nicht. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit Blutgerinnungsfaktoren, mit Blutplättchen und Zellen, die die Blutgefässe auskleiden, sowie mit anderen zirkulierenden Proteinen zu tun, die alle eine Rolle bei der Entstehung von Blutgerinnseln spielen können. Auch wenn die Studienergebnisse ein Schritt in die richtige Richtung ist, ist ür die Forscher ist klar, dass sie noch weitere Untersuchungen machen müssen, damit sie den Grund für das erhöhte Risiko je nach Blutgruppe feststellen können. Sie wollen auch, dass sich Menschen mit der Blutgruppe A keine Sorgen machen, denn es ist immer noch von Fall zu Fall anders.

Schnell handeln ist ausschlaggebend

Bei einem Schlaganfall muss schnell gehandelt werden, denn es gilt: In jeder Stunde vor der nächsten stehen die Chancen besser. Bei Symptomen, wie zum Beispiel Gefühlsstörung im Gesicht, Sehstörung oder Sprachstörung, muss sofort gehandelt und der Notfall unter der jeweiligen Telefonnummer alarmiert werden. Denn, wie gesagt, je schneller man handelt, desto besser sind die Chancen für eine problemlose Heilung.

Sehen sie hier die Geschichte einer junger Betroffenen:

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Professor in Pharmakologie und Toxikologie. Experte in theragenomischer und personalisierter Medizin und individualisierter Arzneimittelsicherheit. Experte in Pharmako- und Toxiko-Genetik. Experte in der klinischen Sicherheit von Arzneimitteln, Chemikalien, Umweltschadstoffen und Nahrungsinhaltsstoffen.

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