SARS-CoV-2 und Covid-19: Herr Trumps fragwürdiges Gebahren kostet Menschenleben

SARS-CoV-2 und Covid-19: Herr Trumps fragwürdiges Gebahren kostet Menschenleben

Last Updated on May 2, 2020 by Joseph Gut – thasso

02. Mai 2020 – Statt am Tag der Arbeit (1. Mai) auf die Strasse zu gehen und für Alles und gegen Alles zu demonstrieren, hat der Author sich entschieden, hier einen Artikel, welcher soeben in der deutschen Ausgabe von Medscape erschienen ist, in leicht redigierter Form wiederzugeben.
Herr Trump, hemdsärmelig überheblich und in einer Gesundheitskrise globalen Ausmasses hoffnungslos überfordert.

In einem einem scharfen Editorial im British Medical Journal (BMJ) haben zwei Experten für öffentliche Gesundheit und Epidemiologie das Handeln des US-Präsidenten vor und während der Covid-19-Pandemie kritisiert, und darauf kritisch darauf hingewiesen, dass Herr Trump das Risiko über lange Zeit kleingeredet und dringend notwendige Maßnahmen verzögert hat was in der Folge zu unzähligen vermeidbaren Todesfällen geführt hat und weiter führen wird

Gemäss den beiden Autoren des zitierten Editorials in BJM, den Herren Prof. Dr. Gavin Yamey und Prof. Dr. Gregg Gonsalves, hat Herr Trump schon vor Ausbruch der Covid-19 Pandemie ein paar für das sowieso schwache Gesundheitssystem der USA unverständliche Entscheide getroffen.

Danach hat Herr Trump wichtige Frühwarnsysteme für zu erwartende Krisen wie die gegenwärtige abgebaut. Dies beginnt 2018: Damals löste Herr Trump das Büro für Sicherheit der globalen Gesundheit im Weißen Haus auf, das sein Vorgänger, Herr Obama, nach der Ebola-Epidemie 2016 gegründet hatte mit dem Zweck, ein übergreifendes Gremium zu haben, das im Ernstfall die Arbeit der verschiedenen Behörden koordinieren kann. Ende 2019 schloss Herr Trump dann auch das globale Frühwarnprogramm PREDICT, dessen Aufgabe es war, Viren mit dem Potenzial einer Pandemie zu identifizieren. Und schließlich veranlasste Herr Trump entscheidende Kürzungen bei den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) als Bestandteil seiner unglaublich überheblichen Weigerung, Gesundheitspolitik auf der Grundlage wissenschaftlicher Fakten zu machen.

Dann kam am 23. Januar 2020 die Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an ihre Mitgliedsstaaten, sich auf die Verbreitung eines neuartigen Corona-Virus einzustellen. Bereiten Sie Maßnahmen wie Monitoring, Früherkennung, Isolation und Kontaktverfolgung vor, empfahl die WHO, zu einem Zeitpunkt wo es bereits den ersten bestätigen Covid-19 Fall in den USA gab.
Leider leugnete Herr Trump noch bis Mitte März, dass die USA vor dem Risiko einer Epidemie stehen, und sagte den Bürgern, es gäbe keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Die Autoren zitieren unter anderem eine Aussage von Herr Trump vom 11. März 2020 dahingehend dass das Virus gegen uns keine Chance hat: *Kein Land ist besser vorbereitet und widerstandsfähiger als die Vereinigten Staaten”. Dies, nachdem Herr Trump die aufkommenden Corona-Krise zuvor sogar öffentlich als Schabernack (Hoax) bezeichnet hatte. Eigentlich hätte die die Quarantäne und der Lockdown in China der Verwaltung des Herrn Trump Zeit verschafft, um a) einen massiven Ausbau der Testkapazitäten und der Behandlungsmöglichkeiten in den Kliniken, b) die Produktion von Schutzmaterialien und c) die Etablierung von Kommunikationswegen zwischen der Bundesregierung und den Gouverneuren vorzunehmen als Vorbereitung der zu erwartenden SARS-CoV-2 Epidemie. Unter Missachtung aller wissenschaftlichen Risiko-Analysen hat die Trump-Administration nichts davon getan.

Als besonders gefährlich beurteilen die Autoren Herrn Trumps wiederholte anti-wissenschaftlichen Statements. Ende Februar prognostizierte er etwa, das Virus werde wie durch ein Wunder von alleine wieder verschwinden. Als die CDC den Bürger empfahlen, Masken zu tragen, erklärte Herr Trump öffentlich, dass er dies nicht tue. Und schließlich spekulierte Herr Trump am 23. April auf einer Pressekonferenz, ob sich COVID-19 heilen lasse, wenn man Desinfektionsmittel injiziere oder Licht in den Körper bringe“. Tatsächlich stiegen in den Tagen danach die Anrufe bei Gift-Notrufen in den USA. In Illinois z.B. haben sich nach offiziellen Angaben die Notrufe wegen eingenommener Bleichmittel verdoppelt. Die New York Times druckte einen ernst gemeinten Ratgeber-Artikel mit dem Titel „Bitte essen Sie kein Desinfektionsmittel“. Bleichmittel waren schon zuvor von verschiedenen Akteuren in den USA gegen COVID-19 empfohlen worden, so etwa von Freikirchen. Inzwischen relativiert Herr Trump seine Aussagen dahingehend, dass diese nur sarkastisch gemeint gewesen seien.

Die Autoren halten fest, dass Herr Trumps unglaubliche Inkompetenz entscheidend mit zum Ausmass der Covid-19-Epidemie in den USA geführt hat. Sie befürchten, dass die Fehler der Trump-Administration weiter gehen und weiterhin Menschenleben gefährden. Und das nicht nur kurzfristig: Die Autoren befürchten, dass den USA Jahre der Massenarbeitslosigkeit bevorstehen mit wiederkehrenden Zyklen von Ausgangsbeschränkungen, einer Zunahme von psychischen Krankheiten und vielen Todesfällen, die ohne Krise vermeidbar gewesen wären.

Die Autoren glauben dass die USA eine neue, beispiellose, soziale Bewegung brauchen, inspiriert von der AIDS-Bewegung der letzten 40 Jahre. Eine Bewegung, die die Führung auf lokaler, Landes- und Bundesebene dazu bringt, eine Gesundheitsversorgung für alle zu schaffen, inklusive Lohnfortzahlung bei Krankheit, Miet- und Lebensmittelzuschüsse, mit einem Fokus auf Arme, Obdachlose und Marginalisierte. Dies ist von einem egozentrisch selbstgefälligen Herrn Trump nicht zu erwarten.

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Professor in Pharmakologie und Toxikologie. Experte in theragenomischer und personalisierter Medizin und individualisierter Arzneimittelsicherheit. Experte in Pharmako- und Toxiko-Genetik. Experte in der klinischen Sicherheit von Arzneimitteln, Chemikalien, Umweltschadstoffen und Nahrungsinhaltsstoffen.

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