Pflanzliche Schlankheitsmittel mit gefährlichen Inhaltsstoffen: Swissmedic warnt erneut

29. März 2009 – Swissmedic warnt erneut eindringlich vor einer Auswahl aus dem asiatischen Raum stammender Schlankheitsmittel, da diese nicht deklarierte synthetische Wirkstoffe und z.T. Schwermetalle massiv über dem Grenzwert enthalten.

Swissmedic hat Muster von in letzter Zeit beschlagnahmten Importen mit pflanzlichen Schlankheitsmitteln im Labor untersucht. Mehr als die Hälfte enthielten nicht deklarierte synthetische Inhaltsstoffe und sind somit als potentiell gefährliche Arzneimittelfälschungen zu klassieren. Zudem ist dies nach Auffassung der Swissmedic eine bewusste Irreführung der Anwender dieser vermeintlich natürlichen Schlankheitsmittel.

In 8 der 13 untersuchten Muster wurden synthetische Wirkstoffe nachgewiesen. Drei der untersuchten Muster wiesen eine Kombination der Wirkstoffe Sibutramin und Phenolphthalein auf, in 3 Mustern wurde Sibutramin, in einem Muster Phenolphthalein und in einem Muster Coffein nachgewiesen. Nur 5 Muster enthielten weder synthetische Wirkstoffe noch Schwermetalle. Diese Produkte waren entweder Teebeutel oder in einem Fall Kapseln, die nicht übers Internet bestellt worden waren.

Sibutramin ist eine stark wirkende synthetische Substanz, welche in der Schweiz im rezeptpflichtigen Arzneimittel Reductil zugelassen ist. Mit 21.5 mg enthält ein analysiertes Muster 43% mehr Wirkstoff als die täglich empfohlene Maximaldosis. Bei der Einnahme von Sibutramin sind zahlreiche Kontraindikationen und Vorsichtsmassnahmen zu beachten. Geschieht dies nicht, bestehen erhebliche gesundheitliche Risiken. Sibutramin darf deshalb nur auf ärztliche Verordnung und nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Phenolphthalein ist ein umstrittenes Abführmittel, das nur noch selten verwendet wird, ebenfalls zu verschiedenen Nebenwirkungen führen kann und sich – ebenso wie Coffein – nicht zum nachhaltigen Gewichtsverlust eignet.

Einige Muster wurden auf Kontaminationen mit den Schwermetallen Blei, Cadmium und Quecksilber untersucht. Ein Produkt namens „Reducing weight easily” überschritt den Grenzwert für Blei massiv (beinahe 50-fach) und den Grenzwert für Quecksilber deutlich (mehr als 6-fach). Dieses Muster enthielt in derselben Schachtel jeweils Blister mit dunkelgrünen Kapseln als auch Blister mit gelb/rosa Kapseln, was bei kontrollierter Herstellung undenkbar wäre. Weitere Informationen und eine Liste betroffener Produkte finden sie bei Swissmedic.

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Joseph Gut - thasso Professor in Pharmakologie und Toxikologie. Experte in theragenomischer und personalisierter Medizin und individualisierter Arzneimittelsicherheit. Experte in Pharmako- und Toxiko-Genetik. Experte in der klinischen Sicherheit von Arzneimitteln, Chemikalien, Umweltschadstoffen und Nahrungsinhaltsstoffen.

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