Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert Hautkrebs-Früherkennung

Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert Hautkrebs-Früherkennung

Last Updated on October 19, 2023 by Joseph Gut – thasso

14. Oktober 2023 – Künstliche Intelligenz (KI) ) (im Englischen als Arteficial Intelligence (AI) unterwegs) revolutioniert verschiedene Gebiete der Medizin, vor allem in der Identifikation und Analyse von medizinischen Phänotypen von Patienten. Thasso hatte schon früher Artikel zu diesem Thema, einmal betreffend der Genetik und der Erkennung von gemeinsamen Merkmalen in Porträtphotos betroffener Individuen unter Mithilfe von KI, und einmal im Zusammenhang der Etablierung von Systemen in       KI, welche Forschern die Früherkennung einer Vielzahl von Krankheiten in einer Vielzahl betroffener Patienten ermöglichen.

Tötlicher Hautkrebs

Tatsächlich  ist künstliche Intelligenz (KI), vor allem seit ChatGPT erschienen ist, auf dem Vormarsch und nimmt je länger je mehr in zahlreichen Lebensbereichen eine wichtige Rolle ein, so auch in der Medizin, und da vor allem in der Krebsforschung. Und wie eine neue Studie zeigt, dürfte KI die Krebsforschung revolutionieren.

Zu diesem Schluss kommt diese kürzlich auf dem Kongress 2023 der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) vorgestellte Studie, welche über einen Zeitraum von 2,5 Jahren 22.356 Patienten mit Verdacht auf Hautkrebs untersuchte. Neben einer Sensitivität von 100 % (59/59 identifizierte Fälle) bei der Erkennung von Melanomen, der schwersten Form von Hautkrebs, erkannte die aktuelle KI- Software 99,5 % (189/190) aller Hautkrebsarten korrekt und 92,5 % (541/585) von präkanzerösen Läsionen.

Dies illustriert die enormem Fortschritte in der KI-Forschung und Anwendung: Vor nur zwei Jahren (2021) hat die erste Version dieses KI-Systems bei Tests nur 85,9 % (195/227) aller Melanome, 83,8 % (903/1078) aller Hautkrebsarten und 54,1 % (496/1078) aller Hautkrebsarten erkannten. Die aktuelle dritte Version desselben KI-Systems  stellt damit eine deutliche Verbesserung gegenüber dem ersten Modell dar und erlaubt eine Hautkrebs-Früherkennung in fast 100% der Fälle. Selbst Krebs-Vorstufen wie präkanzeröse Läsionen und Melanomfälle sind dem System nicht entgangen.

Gmäss den involvierten Forschenden hat die Studie gezeigt, wie sich die KI schnell verbessert und lernt, wobei die hohe Genauigkeit direkt auf Verbesserungen der KI-Trainingstechniken und der Qualität der zum Training der KI verwendeten Daten zurückzuführen ist. Im täglichen Klinik-Alltag kommen diese Fortschritte der KI, vor allem in Fallen wo klinischen Endpunkte mit höchster Präzision in hohen Zahlen von Patienten massgeblich anderen Patienten zugute. So konnten Dr. Andrew, der Haupt-Autorin der Studie zufolge, zwischen April 2022 und Januar 2023 über 1000 persönliche Konsultationen in der Sekundärversorgung eingespart werden. So gewinnen behandelnde Ärztinnen/Ärzte mehr Zeit für Patienten, die dringend Aufmerksamkeit benötigen.

Allerdings betonen die Forscher, dass die Software keine/keinen Dermatologin/Dermatologen ersetzen könne. Trotzdem wird KI in der Medizin zunehmend eine wichtige Rolle spielen. Obwohl die Daten unglaublich ermutigend sind, stellt das Forschungsteam fest, dass KI nicht als eigenständiges Erkennungstool ohne die Unterstützung einer/eines beratenden Dermatologin/Dermatologen eingesetzt werden sollte. Von den Basalzellkarzinom-Fällen wurde ein einziger Fall von 190 übersehen, der später bei einer zweiten Untersuchung durch ein Sicherheitsnetz einer/eines Dermatologin/Dermatologen identifiziert wurde. Dies zeigt weiter die Notwendigkeit einer angemessenen klinischen Überwachung der KI.

Der Co-Autor Dr. Irshad Zaki, beratender Dermatologe am University Hospitals Birmingham NHS Foundation Trust, erklärt ebenfalls: “Wir möchten betonen, dass KI nicht als eigenständiges Instrument zur Hautkrebserkennung eingesetzt werden sollte und dass KI kein Ersatz für beratende Dermatologinnen/Dermatologen ist. “Die Rolle der KI in der Dermatologie und der am besten geeignete Weg werden diskutiert“, sagt Dr. Andrew. “Weitere Forschung mit angemessener klinischer Aufsicht könnte den Einsatz von KI als Triage-Instrument ermöglichen. Noch ist KI derzeit kein eigenständiges Werkzeug in der Dermatologie; die Daten der präsentierten Studie zeigen jedoch das große Versprechen der Rolle auf, welche KI in der zukünftigen Gesundheitsversorgung, in der Früherkennung von Hautkrebs in diesem Falle, spielen wird.

Eine ganz spannende Frage wird sein, wie KI helfen kann,  prospektiv den weiteren Verlauf und das klinische Outcome des richtig diagnostizierten (Haut)-Krebses bei jedem individuellen Patienten  vorauszusagen.

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Professor in Pharmakologie und Toxikologie. Experte in theragenomischer und personalisierter Medizin und individualisierter Arzneimittelsicherheit. Experte in Pharmako- und Toxiko-Genetik. Experte in der klinischen Sicherheit von Arzneimitteln, Chemikalien, Umweltschadstoffen und Nahrungsinhaltsstoffen.

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