Direkte orale Antikoagulantien (DOAK) und Antiphospholipid-Syndrom (APS)

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26. Mai 2019 – Gemäss den Ergebnissen einer multizentrischen Studie zufolge war bei Patienten mit einer Thrombose in der Vorgeschichte, bei denen ein Antiphospholipid-Syndrom (APS) diagnostiziert wurde, die Anwendung von Rivaroxaban im Vergleich zu Warfarin mit einem erhöhten Risiko für rezidivierende thrombotische Ereignisse assoziiert.

Beim Antiphospholipid-Syndrom (APS) finden sich spezifische Antikörper gegen verschiedene Phospholipide (Cardiolipin, andere), gegen Prothrombin, und gegen phospholipidbindende Proteine wie beta-2-Glykoprotein I. Durch diese so genannten Antiphospholipid-Antikörper (APA) kommt es zu einer vermehrten Gerinnbarkeit (Hyperkoagulabilität) des Blutes und folglich zu vermehrten Thrombosen.

APS findet sich insbesondere im Rahmen von Autoimmunerkrankungen. Dabei ist die häufigste Grunderkrankung der systemische Lupus erythematodes (SLE). Sehr viel seltener tritt APS im Rahmen von anderen Erkrankungen wie bösartigen Tumoren, HIV, Infektionen, oder als Medikamentennebenwirkung auf. Während sich Phospholipid-Antikörper bei Gesunden nur in etwa 1 bis 5 % nachweisen lassen, kommen sie bei 16 bis 35 % der Lupus-Patienten vor. Während sich Phospholipid-Antikörper bei Gesunden nur in etwa 1 bis 5 % nachweisen lassen, kommen sie bei 16 bis 35 % der Lupus-Patienten vor.

Direkte orale Antikoagulanzien  (DOAK) greifen direkt in die Gerinnungskaskade ein und hemmen auf direktem Weg einzelne Gerinnungsfaktoren. Derzeit sind direkte Hemmer des Gerinnungsfaktors Xa wie Apixaban (Eliquis), Rivaroxaban (Xarelto), und Edoxaban (Lixiana), und des Thrombins (Gerinnungsfaktor IIa) wie Dabigatranetexilat (Pradaxa) und Argatroban (Argatra) auf dem Markt. Das frühere Ximelagatran aus dieser Klasse wurde im Februar 2006 wegen schweren Leberschäden weltweit vom Markt genommen.

Das BfArM macht nun mittels eines Rote-Hand-Briefes auf diese potenziell fatale Gefahr des erhöhten Risikos für rezidivierende thrombotische Ereignisse bei Patienten mit APS aufmerksam, die DOAK Eliquis, Pradaxa, Lixiana/Roteas, und Xarelto betreffend. Die Anwendung bei Patienten mit APS wird strikt nicht empfohlen. Andere DOAK wie Apixaban, Edoxaban und Dabigatranetexilat führen möglicherweise ebenfalls im Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten, wie Warfarin oder Phenprocoumon, zu einem erhöhten Risiko für rezidivierende Thrombosen. Die Anwendung von DOAK wird besonders bei Hochrisikopatienten mit APS nicht empfohlen.

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thassodotcom Professor in Pharmakologie und Toxikologie. Experte in theragenomischer und personalisierter Medizin und individualisierter Arzneimittelsicherheit. Experte in Pharmako- und Toxiko-Genetik. Experte in der klinischen Sicherheit von Arzneimitteln, Chemikalien, Umweltschadstoffen und Nahrungsinhaltsstoffen.

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