Denosumab (XGEVA): Risiko für neue primäre maligne Erkrankungen

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15. Juni 2018 – Denosumabist ein humaner monoklonaler Antikörper, der im Knochenstoffwechsel die Effekte von Osteoprotegerin (OPG) imitiert. Denosumab ist ein IgG2-anti-RANKL-Antikörper, der mit sehr hoher Affinität an RANKL bindet und so dessen Interaktion mit RANK hemmt.

Vom gesunden Knochen (links) zur Osteoporose (rechts).

Der Receptor Activator of Nuclear Factor Kappa B Ligand (RANKL), agiert als Signalüberträger von Osteoblasten zu Osteoklasten. RANKL bindet an seinen auf der Oberfläche von Präosteoklasten lokalisierten Rezeptor RANK, einem Mitglied der Tumornekrosefaktor-Rezeptor-Superfamilie, wandelt die Vorläuferzellen in Osteoklasten um und erhöht damit die Aktivität und das Überleben der für die Knochenresorption verantwortlichen Zellen. RANKL stellt demzufolge den primären Mediator von Knochenabbau dar, welcher langfristig zu Osteoporose führt. Das Osteoprotegerin (OPG) agiert als Abfang-Rezeptor, in dem es an RANKL bindet und damit die Interaktion mit RANK hemmt.

Als Denosumab (XGEVA) ist Denosumab  zur Prävention von skelettbezogenen Komplikationen bei Erwachsenen mit Knochenmetastasen aufgrund solider Tumoren   und zurBehandlung von Riesenzelltumoren des Knochen zugelassen.Weiterhin ist Denosumab als Denosumab (Prolia) zur Behandlung von Osteoporose bei Frauen in der Postmenopause mit erhöhtem Risiko für Knochenbrüche sowie zur Behandlung von Osteoporose bei Männern mit erhöhtem Risiko für Knochenbrüche und von Osteoporosen nach Hormontherapie bei Prostatakrebs zugelassen.

In Absprache mit Swissmedic informiert die Zulassungsinhaberin AMGEN Switzerland AG in der Form eines DHPC (Direct Healthcare Professional Communication) über das Risiko multipler vertebraler Frakturen (MVF) im Zusammenhang mit Knochenmineralverlust nach Absetzen des Arzneimittels XGEVA, sowie über das Risiko für neue primäre maligne Erkrankungen (NPM).

Zu multiplen vertebralen Frakturen (MVF) wird folgendes festgehalten:

  • In seltenen Fällen sind bei Teilnehmern noch laufender klinischer Studien nach Absetzen von XGEVA multiple vertebrale Frakturen (MVF) aufgetreten. Diese Frakturen waren nicht durch Knochenmetastasen bedingt.
  • Die Frakturen traten bei postmenopausalen Frauen mit maligner Erkrankung auf, die zuvor bereits Knochenbrüche erlitten hatten (Wirbel- oder andere Frakturen) oder bei denen Osteoporose diagnostiziert war.
  • Nach Absetzen der Behandlung kann es zu einem Anstieg der Knochenumsatzmarker und zu einem Schwund der Knochenmineraldichte (BMD) auch unterhalb des Ausgangsniveaus kommen. Bevor die Behandlung mit XGEVA begonnen wird und bevor sie abgesetzt wird, sollte eine individuelle Nutzen/Risiko-Abwägung vor dem Hintergrund dieser Risiken erfolgen.

Zu neuen primären malignen Erkrankungen (NPM) wird folgendes festgehalten:

  • Neue primäre maligne Erkrankungen (NPM) traten in klinischen Studien häufiger bei Patienten mit fortgeschrittener maligner Erkrankung auf, die mit XGEVA (Denosumab) behandelt wurden, als bei denen, die Zoledronsäure erhielten. Die kumulative Inzidenz neuer primärer maligner Erkrankungen nach einem Jahr betrug 1,1 % unter Denosumab im Vergleich zu 0,6 % unter Zoledronsäure.
  • Ein therapieassoziiertes Muster bei einzelnen Krebsarten oder Gruppen von Krebsarten war nicht zu erkennen.

Als Massnahmen und Empfehlungen für medizinische Fachpersonen werden aufgeführt:

  • Der Knochenmineralverlust nach Absetzen von Denosumab kann möglicherweise durch Umstellung auf eine andere antiresorptive Therapie reduziert werden. Dazu gibt es begrenzte Daten aus klinischen Studien mit Denosumab in der Indikation Osteoporose (in welcher der Wirkstoff erheblich tiefer dosiert wird als bei XGEVA). Beim Absetzen von XGEVA sind das individuelle Frakturrisiko und das Nutzen/Risiko-Verhältnis einer antiresorptiven-Therapie gemäss den lokal geltenden klinischen Leitlinien für das Management von tumorbedingtem Knochenverlust und Osteoporose zu berücksichtigen.
  • Den Patienten ist anzuraten, die Anwendung von XGEVA nicht ohne ärztlichen Rat zu beenden.

Detaillierte Informationen dazu können dem anliegenden PDF-Dokument entnommen werden: DHPC – XGEVA (Denosumab) (PDF, 190 kB, 13.06.2018)

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About the Author
Joseph Gut - thasso Professor in Pharmakologie und Toxikologie. Experte in theragenomischer und personalisierter Medizin und individualisierter Arzneimittelsicherheit. Experte in Pharmako- und Toxiko-Genetik. Experte in der klinischen Sicherheit von Arzneimitteln, Chemikalien, Umweltschadstoffen und Nahrungsinhaltsstoffen.

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